Kurzgeschichte von Hohenaltheim
Hohenaltheim "Kein Dorf wie jedes andere".
So hat es unser verehrter ehemaliger 1984 verstorbener Ortspfarrer und
Chronist Hans Hufnagel einmal formuliert, in Anspielung auf die reiche
bedeutungsvolle Vergangenheit unseres Ortes.
Seine Siedlungsgeschichte reicht auf Grund zahlreicher aufschlußreicher Funde
weit in die heidnische Epoche zurück.
Urkundlich bereits 878 im Zusammenhang mit der Länderteilung zwischen den
Söhnen Ludwigs des Deutschen erwähnt, gelangte es im Jahr 916 zu hohen Ehren
und grosser Bedeutung als in Altheim im Gau Reatia in der Kirche St. Johannes
Baptistea (einem Vorläufer unserer heutigen Johanneskirche) die Reichssynode
der deutschen Bischöfe stattfand.
Zu dieser Zeit war die Macht der Karolinger zu Ende, die Karten wurden neu
gemischt das heißt Macht und Besitz wurden in Deutschland neu verteilt zwischen
Kirche und den weltlichen Machthabern.
Von erheblicher geschichtlicher Bedeutung ist auch der auf der Anhöhe nahe der
Kirche gelegene Straussenhof, ein ehemaliger Fronhof und königliche Pfalz, der
mitsamt der Kirche von einer hohen Mauer aus überwiegend römischen
Quadersteinen eingefriedet ist.
In unmittelbarer Nähe befindet sich die sogenannte Thingstätte, im Halbkreis
angeordnete Sitzsteine unter einer Linde, wo in früheren Zeiten Gericht
gehalten wurde.
Die Dörfer Hohen.- und Niederaltheim sind seit frühester Zeit aufs Engste mit
den ehemaligen gräflichen dann fürstlichen Häusern Oettingen-Oettingen und
Oettingen-Wallerstein verbunden.
Es ist das seit 1000 Jahren (1007 werden erstmals die Gaugrafen Sieghart und
Friedrich erwähnt) unserem Raum immer stark beeinflussende Grafen bzw.
Fürstenhaus. Im hiesigen Jagdschloss hat der derzeitige Chef des Hauses
Oettingen-Wallerstein Fürst Moritz mit Familie seinen ständigen Wohnsitz.
Heute ist Hohenaltheim eine politisch selbstständige Gemeinde und ist der
Verwaltungsgemeinschaft Ries mit Sitz in Nördlingen angeschlossen.
Zusammen mit der 1976 im Zuge der Gebietsreform zusammengelegten Teilgemeinde
Niederaltheim hat die Kommune derzeit 640 Einwohner.
Hohenaltheim liegt im Süden des Landkreises Donau-Ries (Autokennzeichen DON),
Regierungsbezirk Schwaben im Freistaat Bayern auf 495 m Meereshöhe.
Durchquert wird das Dorf von der äusserst wichtigen und stark befahrenen
Staatsstraße 2112, der direkten und kürzesten Verbindung zwischen der Region
Ries und dem Donauraum das heisst den Nachbarlandkreisen Dillingen und
Günzburg.
Die stürmische entwicklung nach dem 2. Weltkrieg überall in Deutschland ist
auch an unserem Ort nicht spurlos vorübergegangen.
Durch die Zuwanderung von vielen Flüchtlingen und Vertriebenen nach dem Krieg
und nochmals von vielen Ost und Mitteldeutschen nach der Wiedervereinigung
wurde die ehemals fast bäuerliche Bevölkerung kräftig durcheinander gemischt.
Früher eben beinahe ausschließlich landwirtschaftlich orientiert, hat sich das
grundlegend geändert.
Ausser einigen grösseren und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben
besteht die Bevölkerung überwiegend aus Arbeitern und Angestellten die in den
örtlichen Gewerbebetrieben und hauptsächlich im 9,5 km entfernten Nördlingen
ihr Brot verdienen.
Die Infrastruktur unseres Ortes ist im Grossen und Ganzen noch
zufriedenstellend.
Grundschule und Kindergarten sind am Ort, Gaststätten, Lebensmittelgeschäft,
Bäckerei, Gärtnerei und Bauernmarkt sind vorhanden, Bauwillige finden günstige
Bauplätze.
Vereinsaktivitäten sind geboten: Sportverein mit Fussball-, Tennis-, Gymnastik-
und Schützenabteilung,
Fischereiverein, Weiherverein, Posaunenchor usw.
Im Nachhinein betrachtet: Hohenaltheim ist doch auch nur ein Dorf wie viele
Andere.
Danke für Ihr Interesse.
Die Karolinger-Schützen Hohenaltheim
06.05.2000
Quellennachweis:
Geschichte von Hohenaltheim 1904 Pfarrer Otto Erhard
Der Daniel
1/1980
Pfarrer Hans Hufnagel
Das Ries
1993
Georg Monninger
Verfasser:
Willi Kilian